Klaus Wowereit gehört zweifellos zu den bekanntesten politischen Persönlichkeiten Deutschlands. Als ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin hat er nicht nur die Hauptstadt über viele Jahre geprägt, sondern auch auf nationaler und internationaler Ebene Akzente gesetzt. Mit seinem berühmten Satz „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ schrieb er politische Geschichte und setzte ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Offenheit. In diesem ausführlichen Artikel werfen wir einen tiefen Blick auf sein Leben, seinen politischen Werdegang, seine Errungenschaften und seine heutige Rolle.
Klaus Wowereit – Wer ist er?
Klaus Wowereit, geboren am 1. Oktober 1953 in Berlin, ist ein erfahrener SPD-Politiker, der die Berliner Politik über Jahrzehnte entscheidend mitgestaltete. Als Kind einer Arbeiterfamilie machte er früh die Erfahrung, dass Engagement und Beharrlichkeit zentral sind, um Ziele zu erreichen. Diese Eigenschaften zogen sich später wie ein roter Faden durch seine politische Laufbahn.
Schon als Jugendlicher interessierte er sich für gesellschaftliche Themen, und während seines Jurastudiums an der Freien Universität Berlin trat er der SPD bei. Dort entwickelte er sich rasch zu einer Stimme, die in der Partei wie auch in der Öffentlichkeit Gehör fand.
Aufstieg in der Berliner Politik
Die politische Karriere von Klaus Wowereit nahm in den 1980er Jahren Fahrt auf, als er Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof wurde. Kurz darauf folgte seine Wahl ins Berliner Abgeordnetenhaus. Dort profilierte er sich durch detaillierte Sacharbeit, soziale Themen und eine klare Haltung gegenüber politischen Herausforderungen.
Sein Name wurde bundesweit bekannt, als er 2001 Regierender Bürgermeister von Berlin wurde. Damit begann eine Ära, die die Hauptstadt nachhaltig prägte.
Regierender Bürgermeister von Berlin – Die Wowereit-Ära
In seiner Zeit als Regierender Bürgermeister von 2001 bis 2014 führte Klaus Wowereit Berlin durch eine Phase des Wandels – kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Er war das Gesicht eines neuen, modernen und offenen Berlins.
1. Berlin als weltoffene Metropole
Wowereit war ein überzeugter Vertreter der Idee, dass Berlin eine Stadt für alle sein soll – eine Stadt, die Vielfalt lebt. Unter seiner Führung gewann Berlin weltweit an Ansehen und wurde zu einem Magneten für Kreative, Start-ups, Künstler und internationale Besucher.
2. „Arm, aber sexy“ – Ein Satz, der Geschichte schrieb
Mit seinem Satz „Berlin ist arm, aber sexy“ fasste Wowereit den damaligen Charakter der Stadt prägnant und provokant zusammen. Er brachte auf den Punkt, dass Berlin trotz finanzieller Schwierigkeiten eine immense kulturelle, kreative und soziale Strahlkraft besitzt. Dieser Satz wurde zum geflügelten Wort und prägt das Image der Stadt bis heute.
3. Wirtschaftlicher und sozialer Wandel
Der Umbau des öffentlichen Dienstes, die Modernisierung der Stadt und das Ringen um einen ausgeglichenen Haushalt zählen zu den größten Herausforderungen seiner Amtszeit. Wowereit stellte sich diesen Aufgaben mit Durchhaltevermögen und politischem Geschick.
4. Flughafen BER – Ein Schatten über der Amtszeit
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) war das wohl größte Bauprojekt seiner Ära – und gleichzeitig die kontroverseste Episode seiner Amtszeit. Die Verzögerungen, Probleme und Kostenexplosionen warfen kritische Fragen auf. Wowereit übernahm öffentlich Verantwortung, was zwar seine Popularität belastete, aber auch zu seiner politischen Ehrlichkeit beitrug.
Privatleben und Persönlichkeit
Klaus Wowereit hat sich zeitlebens als offener, authentischer und bodenständiger Mensch gezeigt. Mit seinem Coming-out setzte er nicht nur ein persönliches Zeichen, sondern auch ein gesellschaftliches.
Er lebte viele Jahre in einer festen Partnerschaft mit dem Neurologen Jörn Kubicki, der 2023 verstarb. Die beiden galten als eingespieltes Team, das sich gegenseitig unterstützte. Wowereit selbst beschreibt diesen Verlust als einen der schwersten Momente seines Lebens.
Engagement nach der Politik
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt ist Klaus Wowereit weiterhin aktiv – sei es durch kulturelles Engagement, gesellschaftspolitische Debatten oder Auftritte bei Veranstaltungen. Er bleibt eine Stimme, die in Deutschland gehört wird, und mischt sich weiterhin in Themen ein, die ihm am Herzen liegen.
Warum Klaus Wowereit bis heute relevant ist
Klaus Wowereit steht für eine Ära, die Berlin nachhaltig geformt hat. Seine politische Handschrift ist bis heute sichtbar. Themen wie:
- gesellschaftliche Offenheit
- kulturelle Vielfalt
- eine moderne Stadtentwicklung
sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Seine Persönlichkeit – charismatisch, offen und nahbar – hat ihn zudem zu einem der beliebtesten Politiker seiner Zeit gemacht.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Klaus Wowereit
Wer ist Klaus Wowereit?
Er ist ein deutscher SPD-Politiker und ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin (2001–2014).
Wofür ist er besonders bekannt?
Für sein Coming-out („Ich bin schwul, und das ist auch gut so“) und den Satz „Berlin ist arm, aber sexy“.
Welche Projekte prägten seine Amtszeit?
Ein großes Projekt war der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg (BER).
Ist Klaus Wowereit heute noch politisch aktiv?
Nicht mehr in offizieller Funktion, aber er beteiligt sich weiterhin an gesellschaftlichen Diskussionen.
Wie beschreibt Wowereit seine Vision von Berlin?
Als kosmopolitische, weltoffene Metropole, die kulturelle Vielfalt und Freiheit lebt.
Fazit
Klaus Wowereit ist weit mehr als ein ehemaliger Bürgermeister. Er ist eine politische Persönlichkeit, die Berlin modern, lebendig und international geprägt hat. Sein Wirken reicht weit über seine Amtszeit hinaus und spiegelt sich bis heute im Selbstverständnis der Hauptstadt wider. Als Symbol für Offenheit, Mut und Wandlungsfähigkeit bleibt er eine prägende Figur der deutschen Politik.

